ISM Integrated Sewage Management

Integrierte Abwasser-Bewirtschaftung
Modelltechnische Untersuchung des Steuerungspotenzials des Berliner Entwässerungssystems

Projektpartner :KWB, BWB, VeoliaProjektvolumen :862.000 €Projektbeginn :01.01.2003Laufzeit :53 Monate



Integrierte Steuerung
Integrierte Steuerung

Kontext

In Siedlungsgebieten fallen häusliches, gewerbliches und industrielles Schmutzwasser, sowie in Abhängigkeit vom Ver-siegelungsgrad erhebliche Mengen an Niederschlagswasser an. Seit Mitte der 70er Jahre wurde vorrangig in den USA, dann auch in Europa die Abflusssteuerung angewandt, um gezielt vorhandene Entwässerungseinrichtungen zu bewirtschaften und somit die Kapazität der zuvor rein statischen Systeme möglichst vollständig zu nutzen. Die Entwicklung der integrierten Steuerung von Kanalnetz und Kläranlage wurde in den letzten 10 Jahren vorangetrieben, wenngleich eine betriebliche Umsetzung der Konzepte für große, komplexe Systeme nach wie vor kaum realisiert wurde. Aus diesem Grund wird in Berlin das Forschungsprojekt ISM zum Thema "Integrierte Abwasser-Bewirtschaftung" durchgeführt.

Struktur ISM-Projekt
Struktur ISM-Projekt
Pumpwerkswarte
Pumpwerkswarte
Exkursion zur Kläranlage rand Couronne
Exkursion zur Kläranlage rand Couronne
Installation von Messgeräten
Installation von Messgeräten
Aufbau zur volumenpro-portionalen Probenahme
Aufbau zur volumenpro-portionalen Probenahme
Visualisierung von Simulationsergebnissen
Visualisierung von Simulationsergebnissen

Ziele

Das ISM Projekt verfolgt die Entwicklung von Strategien für eine integrierte Bewirtschaftung, sowie die Bereitstellung von Entscheidungshilfsinstrumenten für Planung und Betrieb des Berliner Abwassersystems. Letztendlich wird die Implementierung von lokalen Steuerungselementen und eine möglichst umfassende integrierte Verbundsteuerung des Systems angestrebt.
Durch die Integration der Einzugsgebietsmodellierung in den betrieblichen Entscheidungsprozess soll eine optimierte Ausnutzung von Speicher- und Behandlungskapazitäten im Gesamt-Entwässerungssystem erzielt und dadurch die Gewässerbelastung reduziert werden.

Umsetzung

Das Projekt ist in 4 Hauptphasen untergliedert. Zu jeder dieser Phasen werden eine oder mehrere spezifische Untersuchungen durchgeführt:

  • Technisch-fachliche Analyse der verfügbaren Methoden und Modelle zur integrierten Abbildung und Simulation von Abwassersystemen. Bestandsaufnahme und Analyse des Berliner Entwässerungssystems einschließlich der Teilsysteme Kanalnetze, Abwasserdruckleitungen und Kläranlagen und der entsprechenden Schnittstellen.
  • Analyse und Evaluierung verschiedener Modelle zur Simulation von Kanalnetz- und Kläranlagenprozessen. Durchführung von Vergleichsrechnungen für zwei Einzugsgebiete in Berlin-Köpenick (Deutschland) und Grand Couronne (Frankreich) und Bewertung anhand von Messreihen.
  • Untersuchung und Bewertung des Steuerungspotenzials des Berliner Entwässerungssystems. Anwendung kombinierter Verfahren zur Entwicklung von Bewirtschaftungsstrategien und Entscheidungshilfsinstrumenten für die Planung und den Betrieb eines Teilsystems der Berliner Entwässerung (Einzugsgebiet Kläranlage Ruhleben).
  • Entwicklung einer Methode für die innerstädtischen Gewässer Berlins, die unter Anwendung immissionsorientierter Kriterien eine Beurteilung von Maßnahmen der Mischwasserbehandlung (z.B. übergeordnete Abflusssteuerung) ermöglicht.

Die Phasen I bis III wurden von Ende 2000 bis 2002 von den Unternehmen Veolia Water (ehemals Vivendi Water) und Berliner Wasserbetriebe im Rahmen eines Vorprojektes durchgeführt. Ab dem Jahre 2003 ist das Projekt als Forschungsvorhaben am Kompetenzzentrum Wasser Berlin angesiedelt. Das Projekt wird von Veolia Water und den Berliner Wasserbetrieben gefördert.

Dynamisches Stauwehr in der Kanalisation
Dynamisches Stauwehr in der Kanalisation
title

Erika Pawlowsky-Reusing (BWB)
erika.pawlowsky-reusing(at)bwb.de