TDSS Thermal Disintegration of Sewage Sludge

Thermische Desintegration von Klärschlämmen

Projektbeginn :01.12.2000Laufzeit :12 Monate

Die Zielsetzung der Desintegration sind das Freisetzen von Zellinhaltsstoffen, um den Schlamm weitergehend zu stabilisieren bzw. zu mineralisieren, sowie die Bekämpfung von Schaumproblemen. Durch den Zellaufschluss werden Schlämme so aufbereitet, dass der Umsatz einer nachfolgenden Faulung steigt, wodurch nicht nur die Gasausbeute zunimmt, sondern auch die zu entsorgende Feststoffmenge sinkt.

Bei den thermischen Verfahren kann eine hohe Wirtschaftlichkeit durch einen regenerativen Wärmeaustausch zwischen behandeltem und unbehandeltem Schlamm erreicht werden.

 

BWB und Veolia Water (ehemals Vivendi Water) haben die verschiedenen Prozesse wie folgt betrachtet:

- Bewertung der thermischen Schlammdesintegrationsverfahren und Prozessvergleich

- Technologieentwicklung für eine optimierte Schlammbehandlung und Verminderung der

  Schlammproduktion

- Untersuchungen zur Desintegration von Schwimmschlamm um fädige Schlammorganismen

  zu zerstören und die Schaumproduktion zu vermindern

 

Geplant sind folgende Vorhaben:

- Thermische Desintegration in einer großtechnischen Anlage in der KA Wansdorf

  (BMBF - Projekt)

- Mobile Pilotanlage zur Schwimmschlammbehandlung in der KA Waßmannsdorf

 

Die Ergebnisse der Untersuchungen werden zunächst für den thermischen Aufschluss von Überschussschlamm und danach für die Versuche zur thermischen sowie zur chemisch/thermischen Desintegration von Schwimmschlamm in der KA Waßmannsdorf vorgestellt:

 

Schwimmschlamm vor der thermischen Desintegration
Schwimmschlamm nach der thermischen Desintegration (128°C; 70min)

Thermischer Aufschluss von Überschussschlamm

Ziele und Vorteile des Verfahrens Ergebnisse aus den Voruntersuchungen
1. Steigerung der Gasausbeute um ca. 100% bezogen auf ÜS
2. Reduktion der zu entsorgenden Schlammmenge um 20-30% bezogen auf ÜS
3. Entlastung der Faulung und damit Verbesserung der Prozessstabilität (eventuell Einsparung von Faulraumvolumen) Ja
4. Schaumreduktion in der Faulung Ja
5. Bessere Entwässerbarkeit nach der Faulung Ja
6. Möglicherweise ein geringerer Flockungshilfsmittelbedarf Ja

Im mikroskopischen Bild unterschieden sich der Schwimmschlamm (oberes Bild) und der desintegrierte Schlamm (unteres Bild) vor allem durch Flockenform und Dichte, und nur geringfügig in der Anzahl der sichtbaren Fadenbakterien.

Der Schwimmschlamm enthielt mehr lockere, stark zergliederte Flocken, die alle durch Microthrix-Fäden miteinander vernetzt waren. Im desintegrierten Schlamm wurden größere, zusammengeballte, festere Flocken beobachtet, um deren Ränder sich dann die Fäden anlagerten. Eine Zerstörung der Schlammstruktur, d.h. die deutliche Reduzierung der exponierten Oberfläche der Schlammflocken, wird erreicht. Ein Aufschwimmen des desintegrierten Schwimmschlamms in diesem Zustand ist nach Rückführung kaum zu erwarten.
 

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Kontakt:

Dr. Bernd Heinzmann (Berliner Wasserbetriebe)
bernd.heinzmann(at)bwb.de